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Moscheebesuch 2011

Einblick in fremde Kulturen

Am 9. Mai 2011 war es wieder soweit: Der mittlerweile zur liebgewonnenen Tradition gewordene Moscheebesuch stand an. Hierzu machten sich alle 7. Klassen (insgesamt ca. 160 Schülerinnen und Schüler aller Glaubensrichtungen) der Franz-Xaver-von-Schönwerth–Realschule gemeinsam mit ihren Religions- und Ethiklehrern auf den Weg zur Amberger Moschee „Ulu Camii“ der türkisch-islamischen Gemeinde in der Fronfestgasse. Dort wurden wir bereits von Ismail Ertug, unserem Europaabgeordneten und ehemaligem Schüler der Staatlichen Realschule, erwartet. Herr Ertug, Imam Ibrahim Aslan und weitere Mitglieder der Gemeinde begrüßten uns aufs Herzlichste.

Nachdem alle ihre Schuhe ausgezogen und auf dem Teppichboden Platz genommen hatten, erfolgte nochmals eine kurze Vorstellung und Begrüßung von Herrn Ertug und Herrn Aslan sowie der Hinweis, dass alle Fragen der Schüler beantwortet würden und es keine Tabus gebe.

Dann erläuterte Imam Aslan zunächst einige Grundlagen des islamischen Glaubens. Wenn sich der Mensch zu  diesen Glaubensgrundlagen bekennt, werden ihm damit Aufgaben auferlegt, die er gegenüber Gott, den Menschen und der Umwelt hat. Diese sind zum Teil in den fünf Säulen des Islam definiert.

Nach den grundlegenden Erläuterungen des Imams, die Herr Ertug für die Schüler aus dem Türkischen ins Deutsche übersetzte, durften die Schüler ihre Fragen stellen. Die 7.Klässer interessierten sich besonders für das Leben des Imams, die Rolle der Frau im Islam sowie die Einrichtung des Gebetsraums. Dies ist, so Ismail Ertug, eher die korrekte Bezeichnung für das Gebäude. Von einer Moschee könne man weniger sprechen, da die typische Außenarchitektur wie Kuppel und Minarette und auch die entsprechende prächtige Innendekoration fehlen. Darüber waren die Schüler zunächst enttäuscht, aber dafür demonstrierte der Imam ihnen eindrucksvoll vor der Gebetsnische ein Gebet in traditionellem Gewand. Auch die restlichen, für die Glaubenspraxis wichtigen Einrichtungsgegenstände wurden den Schülern präsentiert.

Schließlich berichtete Herr Ertug noch kurz über das Werden der Amberger Gemeinde und ihre Mitgliederzahlen. Ursprünglich wurde die Gemeinde von Gastarbeitern, v.a. aus der Türkei, gegründet. Heute gibt es ca. 100 feste Mitglieder, die auch die Finanzierung übernehmen. Es kommen aber immer wieder verschiedene Leute zu den Gebeten und sonstigen Veranstaltungen, jeder ist willkommen.

Danach mussten wir uns bereits verabschieden, die Zeit war wie im Flug vergangen und der Schulalltag erwartete uns zurück. Die Gemeinde sprach eine herzliche Einladung zum erneuten Besuch im nächsten Schuljahr aus und die Franz-Xaver-von-Schönwerth-Realschule wird gerne wiederkommen!

Amberger Zeitung 19.95.2011

Franz-Xaver-von-Schönwerth-Realschule Amberg

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