Regionaler KOMPASS-Tag

"KOMPASS, was is na des?" Die Gruppe "Theaterfieber" der Schönwerth-Realschule Amberg stimmte die rund fünfzig Teilnehmer und geladenen Gäste des ersten regionalen KOMPASS-Tages in der Oberpfalz auf das Thema der eintägigen Lehrerfortbildung mit einem szenischen Spiel ein und gab bereits erste Antworten auf diese Frage. KOMPASS steht für Kompetenz aus Stärke und Selbstbewusstsein.

Nach der Begrüßung durch Realschuldirektor Matthias Schall, der selbst eine mit dem KOMPASS-Prädikat ausgezeichnete Schule leitet, skizzierte die Ministerialbeauftragte für die Realschulen der Oberpfalz, Frau Maria Kinzinger, in ihrem Grußwort kurz den Werdegang des bayernweiten Projekts KOMPASS. Ausgangspunkt der Initiative sei der 2007 ins Leben gerufene Schulversuch gewesen, der die Stärkenorientierung in der Pädagogik in den Vordergrund gerückt habe und auf alle zentralen Bereiche von Schule abziele: auf Unterricht und Schulleben, auf die Förderung von Selbstkompetenz und Sozialkompetenz sowie auf Werteerziehung und Persönlichkeitsentwicklung. "Wenn Menschen ständig gesagt bekommen, was sie nicht können, verlieren sie den Mut, herauszufinden, zu welch Großartigem sie wirklich fähig wären", so die Ministerialbeauftragte.

Dass KOMPASS-Maßnahmen an Schulen Wirkung zeigen, belegte Dr. Nikolaus Schröck vom Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik der Universität Bamberg im Anschluss mit seinem Impulsvortrag zum Thema "Anerkennung! Zu den Effekten von Kompetenz- und Stärkenorientierung". Er präsentierte die Ergebnisse einer empirischer Längsschnittstudie, die während des Modellversuchs durchgeführt worden war, und appellierte abschließend an die Fortbildungsteilnehmer: "Wagen Sie Anerkennung!"

Ein stärken- und kompetenzorientierter Umgang mit Schülerinnen und Schülern wird bereits an vielen Oberpfälzer Realschulen gelebt - davon konnten sich die Lehrkräfte beim sogenannten "Marktplatz der Ideen" am Nachmittag überzeugen. Neun Realschulen (Schönwerth-Realschule Amberg, Max-Ulrich-von-Drechsel-Realschule Regenstauf, Konrad-Adenauer-Realschule Roding, Staatliche Realschule Obertraubling, Gregor-von-Scherr-Realschule Neunburg vorm Wald, Staatliche Realschule Furth im Wald, Maristen-Realschule Cham, Staatliche Realschule für Mädchen Neumarkt, Realschule Waldmünchen, Albert-Schweitzer-Realschule Regensburg, Edith-Stein-Realschule Parsberg) zeigten anhand von Infoständen Ãußerst anschaulich, mit welchen konkreten Methoden, Projekten oder Einzelmaßnahmen an den eigenen Schulen der KOMPASS-Gedanke umgesetzt wird. Zudem waren Vertreter der Handwerkskammer, die ein Kooperationspartner der Schönwerth-Realschule ist, vor Ort und präsentierten die in den 8. Klassen durchgeführte Potentialanalyse. Diese macht den Schülerinnen und Schülern deutlich, in welchen Bereichen sie ein besonderes Geschick haben. Im Anschluss an die Analyse wird es den Jugendlichen in den Werkstattwochen ermöglicht, ihr praktisches Geschick unter Beweis zu stellen und in verschiedene Bereiche des Handwerks und der kaufmännischen Ausbildung hinein zu schnuppern.

Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete schließlich die Ernennung der Realschule am Kreuzberg Burglengenfeld und der Naabtal-Realschule Nabburg zu KOMPASS-Schulen. Beide Realschulen hatten sich im Vorfeld aufgrund zahlreicher Maßnahmen und Projekte zur Kompetenz- und Stärkenorientierung erfolgreich um diesen Status beworben. Ministerialrat Rüdiger Wieber vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Wissenschaft und Kunst, überreichte Realschuldirektorin Hannelore Reil-Heinig und Realschuldirektor Klaus Biersack das offizielle KOMPASS-Logo und beglückwünschte die neuen Schulen zu ihrem Status.

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